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Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsxtremismus
Metropole Ruhr / Gelsenkirchen
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Bündnis gegen Rechts - Selbstverständnis und Zielsetzung
Das Bündnis gegen Rechts Gelsenkirchen versteht sich als zivilgesellschaftliches und überparteiliches Bündnis von Menschen jeden Alters und sozialen Schichten. Unsere Zielsetzung ist die ständige Auseinandersetzung mit jeder Form von Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Rassismus, Nationalismus, Ausländerfeindlichkeit und Gewalt im Alltag und der Widerstand dagegen. Wir wollen in Gelsenkirchen und der Region dazu beitragen, dass hier ein Klima geschaffen wird, in dem für faschistische Organisationen und ihre Propaganda, für Rassismus, Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung von Minderheiten, Hass und Gewalt kein Platz ist. Zum Schutz von Menschenwürde und Demokratie setzen wir Hass und Gewalt in jeglicher Form unsere gemeinsame Kraft entgegen.(...) Weiter...
Merkez-Moschee: Tag der offenen Tür

Am Samstag und Sonntag veranstaltete die Türkisch-Islamische Gemeinde Gelsenkirchen-Buer einen Tag der offenen Tür. An diesen beiden Tagen waren die BürgerInnen herzlich eingeladen, mit den Muslimen ins Gespräch zu kommen, die türkische Küche zu erleben und unter sachkundiger Führung die Merkez-Moschee zu besichtigen.
Wir folgten der Einladung von Ahmet Özdemir, dem 1. Vorsitzenden der Gemeinde, am heutigen Sonntag. Herzlich wurden wir vom Gemeindevorstand begrüßt und zum Essen gebeten. Es gab leckere, frisch zubereitete türkische Spezialitäten, die liebevoll an einem Büffet angeboten wurden. Über dem Hof lag eine herzliche, familiäre Stimmung, die zum Bleiben einlud. Der Tag der offenen Tür bot gute Gelegenheiten, sich in anregenden Gesprächen auszutauschen und neue Freundschaften zu schließen.
Der Kinderchor der Gemeinde trat auf, bereits gestern gab es weitere musikalische Darbietungen. Nach dem Essen wurde uns die Moschee gezeigt, im Gespräch brachte man uns die Kultur des Islam nahe. Ziel des jährlichen Tags der offenen Tür in der Merkez-Moschee ist es, den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen zu fördern und ausführlich über Bräuche und Traditionen zu informieren. Zum Abschied sagte Ahmet Özdemir: "Ich freue mich darauf, sie auch im nächsten Jahr als unsere Gäste begrüßen zu dürfen". Wir werden da sein, versprochen.
Fotostrecke vom Tag der offenen Tür
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Bundesweite Verteilaktion "Grundgesetz für alle" findet auch in Gelsenkirchen statt

Das Grundgesetz für alle? Das Grundgesetz gilt für alle!
Aus diesem Grund verteilen wir am 23.5. (Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes) das Grundgesetz an BürgerInnen, damit sie ihre politischen VertreterInnen daran erinnern können, was der Sinn des Grundgesetzes ist. Die Aktion startet am 11. Mai in Offenbach und Bremen und findet dann am 23. Mai 2012 in mehreren Städten bundesweit statt
Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz in Bonn verkündet und unterzeichnet. Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (kurz GG) ist die rechtliche und politische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und vor allem aus der Erfahrung des Faschismus entstanden.
Infostand und Verteilaktion in Gelsenkirchen am 23. Mai 2012
11-13 Uhr in der Innenstadt, Bahnhofstraße, Höhe Kolpingstraße
11-13 Uhr in Buer, Hochstraße, Ecke Horster Straße
Unter dem Eindruck des unermesslichen Leid, dass vor allem die religiösen, politischen und ethnischen Minderheiten unter faschistischer Diktatur in Deutschland und in besetzten Ländern Europas zwischen 1933 und 1945 zu erleiden hatten, haben die Mütter und Väter des Grundgesetzes klug und reflektiert ein Fundament gegossen, damit sich soziale, religiöse und ethnische Ausgrenzung und Diskriminierung nie wieder wiederholen sollten.
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"Die Mütter und Väter des Grundgesetzes waren Vertreter einer streitbaren Demokratie und wollten dafür Sorge tragen, dass anders als in der Weimarer Verfassung Vorkehrungen getroffen wurden, die es Feinden der Demokratie unmöglich machen sollten, diese erneut auf legalem Wege zu untergraben. Als "Hüter der Verfassung" wurde ein mit umfassenden Kompetenzen ausgestattetes Verfassungsgericht vorgesehen. Es sollte sicherstellen, dass das Recht als Grundlage der menschlichen Gesellschaft anerkannt wird und nicht die politische Zweckmäßigkeit zum höchsten Prinzip erhoben wird. Recht sollte vor Macht gehen."
Hopfauf in: Schmidt-Bleibtreu/Hofmann/Hopfauf, Kommentar zum Grundgesetz, 12. Auflage 2011, Einleitung Rn 25
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Viele Menschen wollen heute nicht wahrhaben, dass das Grundgesetz für alle Menschen gleichermaßen gilt. Doch wir alle haben die selben Rechte und auch die selben Pflichten zu erfüllen.
Täglich erfahren wir durch die Medien, dass PolitikerInnen und JournalistInnen kein Problem damit haben, ganze Bevölkerungsgruppen unter "Generalverdacht" zu stellen. Ein aktuelles Beispiel ist der Umgang mit Menschen muslimischen Glaubens. Ihnen wird das Recht abgesprochen, Teil der deutschen Gesellschaft zu sein: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland". Sie werden unter dem Oberbegriff Islam subsumiert, um ihnen damit die Individualität und Menschlichkeit abzuerkennen. Die Diversität dieser Menschen wird damit demontiert, um sie gleichermaßen diskriminieren und ausgrenzen zu können. Beim Thema Islam werden Begriffe wie Terror, Hassprediger, Gefahr, Islamisierung, Fremde oftmals pauschal miteinander verknüpft, so dass in der Gesellschaft der Eindruck entstehen kann, die Ausgrenzung sei fast zwangsläufig geboten.
Auch andere Minderheiten leiden unter der Etikettierung, Diffamierung und Ausgrenzung. Sinti und Roma werden mit ihnen zugeschriebenen, angeblichen Eigenschaften diskriminiert und sogar in Länder ausgewiesen, in denen ihnen Gefahr für Leib und Leben droht. Das gilt in gleichem Maße für Asylsuchende und Flüchtlinge, denen ebenfalls oft eine gesellschaftschädigende, sprich kriminelle Absicht unterstellt wird.
Viele Menschen glauben, dieses Thema betrifft sie nicht, doch sie sollten einmal darüber nachdenken, dass das alles Formen eines aktuellen Sozialrassismus sind, der in der Mitte der Gesellschaft verankert ist und bereits eine lange, schlechte Tradition hat. So werden Frauen, Mütter, Alleinerziehende, Obdachlose, Homosexuelle, Arbeitssuchende, Kranke, Behinderte, Kinder, Rentner, Waisen und Alte davon ebenso erfasst, werden ihrer Grundrechte beraubt und nicht als gleichberechtigter und wichtiger Teil dieser Gesellschaft wahrgenommen und respektiert.
Wir fordern PolitikerInnen und Medienaktive auf, mit uns das Grundgesetz zu verteidigen, sich mit uns dagegen zu wehren, dass es weiter ausgehöhlt wird, dass Menschen gegeneinander ausgespielt werden, die alle ein Teil dieser Gesellschaft sind!
Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, aktiv für eine solidarische Gesellschaft aller Menschen, unabhängig von Geschlecht, Einkommen, ethnischer Herkunft und sexueller Orientierung einzutreten. Erinnert die PolitikerInnen daran, dass sie als gewählte VertreterInnen aller Bürgerinnen und Bürger ebenfalls ihrer Aufgabe nachkommen: Die Grundrechte zu achten und zu schützen.
Warum also nicht mal ein Buch verteilen, das demokratisch und unaufgeregt die Basis unseres gemeinschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland definiert? Es gibt den Rahmen, den wir alle selbst ausfüllen können - je bunter, desto besser.
PDF-Datei: Warum wir etwas tun müssen
Die Aktion "Grundgesetz für alle" im sozialen Netzwerk Facebook:
Gruppe "Grundgesetz für alle"
Fanseite "Grundgesetz für alle"
Veranstaltungsseite (Bundesweit) "Grundgesetz für alle"
Veranstaltungsseite (Gelsenkirchen) "Grundgesetz für alle"
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Proteste gegen die rechtsextreme Partei "pro NRW" in Gelsenkirchen
28.4.2012. In Gelsenkirchen-Buer haben heute Nachmittag rund 80 Menschen friedlich gegen eine Aktion der ultrarechten Partei "Pro NRW" in der Nähe einer Moschee an der Horster Straße demonstriert. Zur Gegendemo hatte das Gelsenkirchener "Bündnis gegen Rechts" aufgerufen.
Entschlossen und lautstark artikulierten die Gegendemonstranten ihren Protest gegen die demagogische Hetze der extrem rechten Kleinpartei. Mitglieder der Türkisch-Islamischen Gemeinde Buer beobachteten das Treiben der Rechten Hetzer genau, reagierten jedoch mit heiterer Gelassenheit. In Gelsenkirchen gelang die von "Pro NRW" nach eigenem Bekunden anvisierte "maximale Provokation" nicht.
Die Statisten der rechtsextremen "Pro NRW" waren eigens per Reisebus nach Gelsenkirchen gekarrt worden. Fast hätte man die Truppe, die da gegen 15 Uhr aus dem Bus kletterte, für die TeilnehmerInnen einer harmlosen Kaffeefahrt halten können - wären da nicht die am Morgen in Essen bei einer umfassenden Durchsuchung der reisenden Rassisten gefundenen Messer gewesen. Wer bewaffnet Wahlkampf macht, kann so harmlos nicht sein. Damit führen sich die angeblichen Biedermänner mal wieder selbst ad absurdum. Gelsenkirchen war nach Essen die zweite Station auf der groß angekündigten Hasstour im "Wahlkampf" der selbst ernannten "Bürgerbewegung Pro NRW". In Essen-Kray demonstrierten bereits am Morgen hunderte Menschen gegen eine Veranstaltung der rechtsextremen Splitterpartei.
Vertreter der so genannten etablierten Parteien, Oberbürgermeister und Funktionsträger der Stadtverwaltung, der Kirchen und auch der jüdischen Gemeinde suchte man auf der Protestkundgebung des "Bündnis gegen Rechts" jedoch vergeblich. Offenbar hielt man es für nicht notwendig, ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus und für ein friedliches, von gegenseitigem Respekt getragenes Zusammenleben der Kulturen und Religionen, für Demokratie und Menschenwürde zu setzen.
PDF-Datei: Redebeitrag von Andreas Jordan (Gelsenzentrum e.V.)

Protest gegen die rechtsextreme Partei "Pro NRW" in Gelsenkirchen-Buer

Ein Vorstandssprecher der Türkisch-Islamischen Gemeinde Buer bedankte sich bei den anwesenden AntifaschistInnen für ihre Solidarität.

Die Moschee an der Horster Straße. Das schlichte Gebäude will so gar nicht in das von der kulturrassistischen "Pro NRW" gezeichnete Bild "protziger Großmoscheen" passen.

Antifaschistische Aktion in Gelsenkirchen gegen die rechtsextreme Kleinstpartei "Pro NRW"

Beisicht & Co. und die Statisten von "Pro NRW": Ausgestattet mit Schwarz-rot-goldenen Fahnen und einem Transparent, wollte die ultrarechte "Pro NRW" ihren Auftritt in Gelsenkirchen nur noch schnell hinter sich bringen. Zwei Stunden waren angekündigt, nach gut einer Stunde war der rassistische Spuk vorbei.
(Fotos: Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus / Bündnis gegen Rechts Gelsenkirchen)
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